Kompakt

Wer in eine Krise gerät, wird leicht klein gemacht, entwertet und angegriffen. Solche Reaktionen nur zu erleiden oder gar zu dulden, löst das Problem der Verurteilung nicht. Die Lösung liegt im Verständnis für den Angreifer und dem Wechsel der Perspektive: Im Mittelpunkt steht die gute Absicht der Angreifer. Diese neue Sicht ermöglicht eine partnerschaftliche Zusammenarbeit. Der Angreifer wird zum Helfer!

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Ungerechtigkeiten und Angriffe in der Krise elegant verhindern

Kennen Sie das? Sie stehen mit dem Rücken zur Wand, und gerade jetzt, wo Sie Hilfe und Zuwendung brauchen, werden Sie ungerecht behandelt. Der Chef zieht einen anderen Mitarbeiter vor, Sie bekommen die zugesagte Gehaltserhöhung doch nicht, Ihr/e Partner/In macht Ihnen ungerechterweise Vorwürfe, wegen zu vieler Stunden im Büro. Gerade, wenn jemand mit seinem Schicksal ringt, sind wir oft nicht unterstützend, sondern wenden uns eher ab. Und das geht bis in die Ungerechtigkeit.

Schuld sind im Gehirn die sog. Spiegelneuronen. Sie sind verantwortlich dafür, dass der Mensch ein mitfühlendes Wesen ist. Sie sind ein Resonanzsystem im Gehirn, das Gefühle und Stimmungen anderer Menschen beim Empfänger sozusagen spiegelt; daher auch der Name. So werden an das Gehirn Signale ausgesendet, die allein durch das Beobachten von Handlungen entstehen. Dadurch reagieren die Nervenzellen so, als ob man selbst die beobachtete Handlung ausübt.

Spiegelneurone ermöglichen uns, andere Menschen spontan und intuitiv, also schnell und ohne langes Nachdenken, zu verstehen oder zu fühlen, was andere fühlen. „Gute Laune ist ansteckend“ heißt es im Volksmund und das ist auch wissenschaftlich belegt. Begründet durch Spiegelneuronen, werden positive, aber auch negative, Spannungen an den Gegenüber weitergegeben. Wenn man lächelt, so fällt es den gegenüber oft schwer selbst nicht auch zu lächeln. Leider werden auch negative Schwingungen weitergegeben und genutzt. Das hat der Mensch nicht gerne. Man verbündet sich lieber mit Gleichgesinnten oder Stärkeren und lässt sich ungern von der oft sehr negativen Stimmung von Menschen in der Krise anstecken. Man fühlt sich leicht überlegen und schaut auf sie herab – die Folgen sind Missachtung, Ungerechtigkeiten und unfreundliches Verhalten.

Die Grafik zeigt, was die Spiegelneuronen bewirken: Wertschätzung, Akzeptanz und Gerechtigkeit erzeugen durch unsere Spiegelneurone Serotonin, Opioide und Oxytozin: die Bindung wird besser. Bei Menschen, von denen man weiß, sie sind in einer Krise, passiert das Gegenteil: Stresshormone werden ausgeschüttet. Der Kontakt alleine stresst schon, man zieht sich lieber zurück.

Wie kann man gegen Ungerechtigkeit ankämpfen?

Reaktion bei Ungerechtigkeiten?

Es gibt immer 3 Möglichkeiten:

  1. Durchsetzen: Ich wehre mich gegen die Ungerechtigkeit und setzte eine gerechtere Lösung durch. Klar, das ist nicht sofort erfolgreich – die Spiegelneuronen erkennen den Ankläger nur noch als Feind und reagieren mit Ablehnung.
  2. Nachgeben: Den eigenen Groll schlucken, Mund halten und akzeptieren, dass die Welt für Krisengeschädigte ungerecht ist.
  3. Die kommunikative Innovation: Sie wechseln die Perspektive und stellen erstmal eine positive Beziehung zu dem, der Sie ungerecht behandelt hat, her! Die Technik heißt Reframing und bedeutet, dass ich zu erstmal signalisiere, dass ich seine Ziele verstehe. Ich unterstelle eine gute Absicht!

Mit dieser Technik des Perspektivenwechsels kommen Sie mit 3 einfachen Schritten in die Lage, eine gute Beziehung herzustellen, und das ist wichtig für die Spiegelneuronen. Danach können sie Ihre Ziele nennen und fragen, wie die Gerechtigkeit wieder hergestellt werden kann.

Schritt 1: Die gute Absicht hinter einer Ungerechtigkeit erkennen

Nehmen wir als Beispiel den Chef, der einer Gehaltserhöhung zum Jahresende zugesagt hat, jetzt aber nichts mehr davon weiß. Ihm ist bekannt, dass Ihre Ehe in einer Krise ist.

Sie machen sich klar: “Was ist die gute Absicht hinter dieser Ungerechtigkeit?” Vielleicht wollte er sich die Mühe sparen, Ihre Gehaltserhöhung in der Hierarchie durchzusetzen?

  • Sie sagen: “Ich verstehe, dass es ziemlich viel Einsatz von Ihnen erfordert, die zugesagte Gehaltserhöhung im Unternehmen durchzusetzen. Das kann ich gut nachvollziehen.”

Schritt 2: Ihr Nutzen für die Zukunft der Firma

  • “Ich habe mir für dieses Jahr vorgenommen, das wichtige Projekt erfolgreich abzuschließen und dafür freue ich mich über die Gehaltserhöhung.”

Hier ganz viele Nutzenargumente sammeln, die nacheinander eingebracht werden können.

Schritt 3: Offene Frage

  • “Wie kann ich Sie bei der Durchsetzung dieser Gehaltserhöhung unterstützen?”

Mit einer offenen Frage aktivieren sie das Gehirn des Gegenüber zum Nachdenken, wie der Nutzen umgesetzt werden könnte.

Es gehört Größe dazu, diese 3 Schritte einzusetzen, denn man unterstellt ungern jemanden, der einen ungerecht behandelt, eine gute Absicht. Aber es ist so, bewußt oder unbewußt haben alle unsere Verhaltensweisen eine gute Absicht. Die braucht nicht immer ein Vorteil für den Gegenüber zu sein. Dann sucht man solange, bis man eine gute Absicht entdeckt, die man auch ausdrücken kann. Es gibt zwei wichtige gute Absichten:

  • Schutz: Man will sich vor etwas schützen, sei es schlechte Stimmung oder Ablehnung, und ist deshalb ungerecht. Dazu kommt die Wirkung der Spiegelneurone – derjenige in der Krise wird unbewußt als nicht gleichwertig abgelehnt.
  • Durchsetzung: Man will endlich Erfolge und begünstigt diejenigen, die dafür eine Garantie darstellen. Jemandem in der Krise traut man da nicht.

Wenn Sie mehr über das Reframing erfahren wollen, lesen Sie mein neues Buch „Verhandlungserfolge mit der Kraft der Emotionen“ https://bit.ly/2D72JVg.

Ganz viel Erfolg wünsche ich Ihnen mit der 3-Schritt-Reframing-Formel!

Häufig gestellte Fragen

Ungerechtigkeit in der Krise auflösen, geht das wirklich?

Friedlich Ungerechtigkeiten aufzulösen, das ist mit dieser 3 Schritte-Technik, gerade in Krisen, leicht möglich. Sie bringen Ihr Anliegen mit Wertschätzung vor und wissen, wie Sie Erfolg haben. 

Schafft nicht gerade eine Krise Feinde?

Genau das ist der Punkt. In Krisen haben alle Angst vor Verlusten und benachteiligen diejenigen, die das Krisenmanagement nicht unterstützen können. Mit diesen 3 Schritten stoppen Sie Ungerechtigkeiten effektiver und schneller.

In der Krise eine gerechte Behandlung, gibt es das überhaupt?

Es ist so, in einer Krise ist jeder fokussiert auf Lösungen und eigene Vorteile. Dadurch entstehen gerade im Management leicht Ungerechtigkeiten. Sie können mit diesen 3 einfachen Schritten für Ihre gerechte Behandlung in der Krise sorgen. 

Ist es nicht einfacher, Ungerechtigkeiten zu ertragen?

Damit vertun Sie mögliche Chancen, denn nur das Verhindern von Ungerechtigkeiten sorgt für nachhaltige Krisenlösungen.

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Über die Autorin

 

Prof. Dr. Barbara Schott Expertin für energetisches Finetuning im Krisencoaching von Führungskräften.

Seit Jahrzehnten unterstützt sie Führungskräfte in herausfordernden Situationen. Ihr Know How aus vielen Jahren Führungserfahrung ist die Basis ihrer Beratungen und Coachings.

Ein weiterer Fundus ist ihre mehr als 10jährige Erfahrung als BWL Professorin. Ihre intensive Ausbildung als Neurowissenschaftlerin und Ihr Können als zertifizierte Kinesiologin hat sie bekannt gemacht als Expertin für die schnelle, erfolgreiche Krisenbewältigung im Management.

Viele hundert Führungskräfte haben durch sie schnell die notwendige Energie wiedergewonnen und ihre Krisen erfolgreich bewältigt.

 

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